Bei der Donnersberg Relais-Gruppe (DRG) war in den vergangenen Wochen wieder einiges los. Seit der Vollversammlung wurde an nahezu allen technischen Bereichen gearbeitet – von Mastbesteigungen über Netzwerk- und MeshCore-Optimierungen bis hin zu Infrastruktur, Strommonitoring und Remote-Wartungslösungen. Die ersten Einsätze des Jahres 2026 zeigen eindrucksvoll, wie viel ehrenamtliche Arbeit hinter dem Betrieb der Anlagen am Donnersberg steckt.

Erster großer Arbeitseinsatz am 18.04.2026

Am Samstag, dem 18.04.2026, erfolgte die erste Mastbesteigung des Jahres. Nach der Winterpause standen zunächst Kontroll- und Wartungsarbeiten am Mast an. Im Rahmen einer umfassenden Mastinspektion wurde unter anderem die HAMNET-Linkstrecke zur Kalmit überprüft und erfolgreich repariert. Damit konnte eine wichtige Richtfunkverbindung wieder vollständig in Betrieb genommen werden.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Umsetzung des MeshCore-Repeaters. Dieser befand sich während des Winters provisorisch auf einem Querträger in etwa sechs Metern Höhe. Nun wurde das System auf die vorletzte Plattform des Mastes in rund 40 Metern Höhe umgesetzt. Die Antennenmontage erfolgte zunächst provisorisch, um möglichst schnell erste Betriebserfahrungen in dieser exponierten Position sammeln zu können.

Zusätzlich musste eine LED-Lampe der Flugsicherungsbefeuerung ausgetauscht werden – Arbeiten, die in dieser Höhe besondere Sorgfalt und Erfahrung erfordern.

Wie schon seit vielen Jahren Tradition bei Arbeitseinsätzen der DRG, durfte natürlich auch die Verpflegung nicht fehlen. Maria stellte erneut Grillwürstchen und ihren inzwischen legendären Nudelsalat bereit, was bei allen Beteiligten hervorragend ankam und für die nötige Stärkung sorgte.

Am darauffolgenden Sonntag wurde außerdem der DG-Container neu organisiert. Zahlreiche technische Komponenten, Ersatzteile und Materialien wurden sortiert und neu eingelagert, um für kommende Projekte besser vorbereitet zu sein. 

Ausbau der Infrastruktur am 26.04.2026

Am 26.04.2026 wurde die Infrastruktur am Standort weiter verbessert. Für die Versorgung bei längeren Arbeitseinsätzen wurde endlich ein Kühlschrank zusammen mit einer Kaffeemaschine nach oben verbracht. Damit ist nun insbesondere für die Sommermonate eine deutlich bessere Versorgung mit gekühlten Getränken gewährleistet.

Gerade bei langen technischen Einsätzen auf dem Berg – oft bei direkter Sonneneinstrahlung und anspruchsvollen Arbeiten am Mast – sind solche scheinbar kleinen Verbesserungen tatsächlich ein enormer Gewinn für alle Beteiligten.

 

Zweiter Turmeinsatz am 03.05.2026 – wichtige Erkenntnisse bei MeshCore

Am Samstag, dem 03.05.2026, fand bereits der zweite große Turmeinsatz des Jahres statt. Schwerpunkt war diesmal die weitere Optimierung des MeshCore-Systems.

Der bislang eingesetzte RAK-Repeater wurde testweise gegen ein Heltec V3-System ausgetauscht. Ziel war es, neue Hardwarekonzepte unter realen Hochstandortbedingungen zu evaluieren. Das Heltec-Board wurde dazu mitsamt Antenne an der nordöstlichen Ecke des Mastes montiert.

Die Ergebnisse erwiesen sich jedoch als ernüchternd. In rund 40 Metern Höhe zeigte sich, dass der Noisefloor des Heltec-Systems an diesem extrem exponierten Standort zu hoch war. Dadurch kam es zu deutlichen Einschränkungen bei der zuverlässigen Weiterleitung von MeshCore-Paketen. Besonders an Hochstandorten wie dem Donnersberg mit zahlreichen benachbarten HF-Systemen, starken Rundfunk- und BOS-Signalen sowie komplexer HF-Umgebung stoßen empfindlichere Systeme schnell an ihre Grenzen.

Die bisherigen Erfahrungen sprechen daher aktuell wieder klar für die robusteren RAK-Systeme, die unter diesen Bedingungen deutlich stabiler arbeiten.

Bereits für den nächsten Einsatz am 23.05.2026 ist deshalb geplant, erneut ein RAK-Board einzusetzen.

 

Die Herausforderung: Firmware-Updates in 40 Metern Höhe

Ein besonderes Problem ergibt sich dabei allerdings durch die OTA-Updatefähigkeit der eingesetzten Systeme. Die RAK-Boards lassen sich derzeit zuverlässig nur per Bluetooth aktualisieren. Ein klassisches Bluetooth-Update vom Boden aus in rund 40 Metern Höhe ist mit normalen Mitteln praktisch nicht realisierbar.

Die DRG stellte sich jedoch auch dieser Herausforderung.

In den vergangenen Wochen wurde eine eigene Sonderlösung entwickelt: Mittels eines Raspberry Pi 3B+ auf Mastebene kann nun ein Bluetooth-DFU-Update direkt vor Ort durchgeführt werden. Das eigens entwickelte Verfahren arbeitet zwar langsamer als ein direktes Update am Gerät, läuft aber stabil und zuverlässig.

Damit wurde ein enorm wichtiger Schritt erreicht:
Künftig muss für Firmware-Updates niemand mehr den Mast besteigen – insbesondere im Winter ein erheblicher Sicherheitsgewinn.

Gerade im Bereich moderner Mesh-Netzwerke und experimenteller Funktechnik zeigt sich hier erneut die technische Innovationskraft innerhalb der DRG.

 

Wetterstation geborgen und Modernisierung geplant

Im Rahmen des Einsatzes wurde außerdem die bestehende Wetterstation geborgen. Diese soll in den kommenden Wochen durch ein moderneres und leistungsfähigeres System ersetzt werden.

Da die Wetterdaten am Standort Donnersberg inzwischen nicht nur für interne technische Zwecke, sondern auch für Besucher der Webcam- und HAMNET-Systeme interessant geworden sind, ist hier ein weiterer Ausbau geplant.

 

Ausbau des MeshCore-Netzes Richtung Weinheim

Am darauffolgenden Sonntag erfolgte ein weiterer wichtiger Außeneinsatz durch Mitglieder der DRG.

Der MeshCore-Repeater in Weinheim wurde neu positioniert und aktualisiert. Seitdem besteht nun ein unmittelbarer Link vom Donnersberg-Repeater nach Weinheim. Dadurch wurde die Region Alzey direkt an das Donnersberger MeshCore-Netz angebunden.

Die DRG bedankt sich hierbei ausdrücklich beim Weingut Born für die Unterstützung und die Möglichkeit, den Repeater an einer Straßenlaterne des Campingplatzes installieren zu dürfen.

Solche Kooperationen sind ein wichtiger Bestandteil des kontinuierlichen Ausbaus regionaler Funk- und Datennetze.

 

Ausbau der Netzwerk- und Energie-Infrastruktur

Parallel dazu wurde am Multifunktionsgehäuse ein neuer Access Point installiert. Damit besteht nun erstmals vollständiger Internetzugang zum Remote-PC im DG-Container.

Zusätzlich wurde ein IR-Lesegerät für den Stromzähler installiert und direkt in die bestehende Home Assistant Plattform integriert. Dadurch lassen sich nun Energieverbrauch und Lastprofile des Standortes in Echtzeit überwachen und langfristig optimieren.

Gerade an technisch komplexen Standorten mit vielen unterschiedlichen Systemen – von HAMNET über MeshCore bis hin zu Wetter- und Webcamtechnik – wird intelligentes Energiemanagement zunehmend wichtiger.

 

Funkkoffer-Projekt startet endlich

Am 09.05.2026 wurde in einer spontanen Hauruck-Aktion der bereits vor drei Jahren angeschaffte Funkkoffer endlich auf das Gelände unterhalb des Mastes verbracht.

Tatkräftige Unterstützung kam dabei von OMs aus K33, die sich gerade zu einem Contestbetrieb auf dem Donnersberg befanden.

Ein besonderer Dank der DRG gilt hierbei Hans-Werner kurz "HW" von der Maschinenbau GmbH, der den Funkkoffer über drei Jahre hinweg kostenlos eingelagert hatte.

Der Funkkoffer soll nun umfassend restauriert werden. Vorgesehen sind unter anderem:

  • neuer heller Außenanstrich gegen starke sommerliche Aufheizung,
  • Einbau eines Serverschrankes,
  • Integration moderner Netzwerk- und Funktechnik,
  • mögliche Nutzung als autarke Kommunikations- und Einsatzplattform.

Weitere Details hierzu werden in den kommenden Monaten folgen.

 

Technik, Ehrenamt und Gemeinschaft

Die vergangenen Wochen zeigen eindrucksvoll, wie breit das Spektrum der Aktivitäten bei der DRG inzwischen geworden ist. Neben klassischem Amateurfunk spielen heute moderne Mesh-Netzwerke, Remote-Wartung, Energieüberwachung, Wettertechnik, IP-Netzwerke und Hochstandort-Infrastruktur eine immer größere Rolle.

All dies geschieht vollständig ehrenamtlich – getragen von engagierten Mitgliedern, technischer Leidenschaft und einer außergewöhnlichen Gemeinschaft rund um den Donnersberg.

Und eines ist sicher: 2026 hat gerade erst begonnen.